Eine Hammer-CD zum Eintritt ins Rentneralter.

Biografische Notizen sind von den beiden Musikern Peter und Walter Keiser, den fleissigsten Sidemen,
respektiv, der besten Rhythmusgruppe der Schweiz, schnell erzählt. Geboren am 1. April 1954,
eineiige Zwillinge von Sängerin und Jodlerin Martely Mumenthaler und vom Skilehrer Walter Keiser aus
Arosa. Nein, er war nicht der landauf, landab bekannte Gigi von Arosa. Aber die Mutter, sie war eine
berühmte Frau, eine Legende seit der Vorkriegs-Landesausstellung in Zürich, der «Landi 1939». Viele
ihrer Schlager gehören längst zu den Volksmusik-Kulturschätzen der Eidgenossenschaft.
Letzten Montag wurden ihre Söhne, die Keiser-Brüder, 65 Jahre alt. Rentenempfänger. Das war von
landesweitem Interesse. Darüber berichtete sogar die «Tagesschau» von SRF in ihrer Hauptausgabe.
Das Interesse haben sich die bescheidenen Persönlichkeiten, im Hintergrund vieler grosser Stars,
reichlich verdient. In der Musikbranche des Landes sind die Keiser-Twins seit Jahrzehnten eine so
sichere Währung wie der Schweizer Franken.
Peter, der Bassist, ist übrigens der ältere, kam zwanzig Minuten früher zur Welt. Schon im Leib der
Mutter sass Walter, der Schlagzeuger, hinter ihm. Wie heute auf der Bühne. An der Position hat sich
also nicht viel geändert. Weitere biografische Angaben: Beide machten eine Berufslehre. Beide sind
musikalische Autodidakten. Und beide haben das Hobby zu ihrem Beruf gemacht. Der Schlagzeuger
hat zwei erwachsene Kinder. Der Bassist keine.
2
Musiker in der Schweiz? Da ist der Spruch nahe: «Und von was habt ihr gelebt?» Die Keisers waren
früh Profis. Provisorisches ist ihnen bis heute fremd. Das sprach sich in der Szene herum. Gutes
Handwerk hat in der Schweiz einen goldenen Boden, sogar in der Musikbranche. Alles, was die Keiser-
Twins seither anpackten, machten sie auf ihre grundehrliche Art und Weise, auf der Basis ihrer hohen
Musikalität.. Sie entwickelten in jedem Job, für jeden Künstler, aus ihrem Handwerk pures Kunstwerk –
damit ihre Stars noch heller scheinen konnten.
Soll man jetzt irgendeinen illustren Starnamen aus vier Jahrzehnten Zusammenarbeit speziell
hervorheben? Das würde beiden Seiten nicht gerecht. Denn jede Zusammenarbeit war speziell wie
individuell. Dafür könnten Peter und Walter auch von unzähligen Anekdoten berichten.
Die nachfolgende Liste, die wie das «Who is Who?» der populären Musik in der Schweiz aussieht, das
ist die eigentlich «keiserliche» Biografie. Sie ist nicht komplett. Nicht bei jeder Produktion gab es Belege
für die Musiker. Die Liste ist auch so einmalig. Würde die beiden Musiker zu jeder Albumproduktion
noch ein paar Insiderstorys nachliefern, sie müssten ein dickes Buch schreiben. Doch sie spielen lieber.
Am liebsten noch ein paar Jahre auf den Bühnen dieser Welt.
Ach ja, und was schenken sich zwei dermassen verdiente
Musiker zu ihrem aussergewöhnlichen Geburtstag? Eine
CD namens «Guestlist», auf der sie die Musik machen,
welche sie immer schon angetrieben hat. Jazzfunk.
Eingespielt wurde das Album im renommierten Powerplay-
Studio in Maur mit so manchen Cracks. Besonders
erwähnenswert ihrer soeben (bei NiRo-Music)
veröffentlichten CD ist der Titel «Strong» von Sandra
Studer. So kennt man unsere beliebteste Fernsehfrau noch
nicht. Hammer! Und dann ebenso hammermässig brilliert
Gölä als Soulsänger. Wow! Im Soulklassiker « I Take What
I Want » im Duett mit Jesse Ritch. Sam & Dave hätten es
nicht besser hingekriegt. Aber diese Soullegenden hatten
im Rücken ja auch keine Keiser-Twins.

Aktuelle Youtube Playlist: http://niro.ws/8wW_

Walter und Peter Keiser 
bei SRF «Glanz & Gloria» Weekend
Sonntag, 7. April 2019, 18:50 Uhr



Kategorien:Kultur

%d Bloggern gefällt das: