Blinder Läufer Henry Wanyoike – Gewinner der Herzen beim Zürich Marathon.

 

Trotz herausfordernden Wetterverhältnissen schaffte Henry Wanyoike heute beim Zürich Marathon eine Zeit von 2:43:00 und ging als 23. durchs Ziel. Zusammen mit seinem Begleitläufer Paul Wanyoike ging der blinde paralympische Ausnahmeathlet aus Kenia zum ersten Mal in Zürich an den Start.

„Der Zürich Marathon heute war für uns eine Herkulesaufgabe. Es war sehr kalt, die Strasse nass und die Schienen rutschig – vor allem im Endbereich. Ich danke den vielen Zürchern, die uns entlang der Strecke so toll angefeuert haben. Diese Warmherzigkeit hat mich extrem motiviert beim Lauf. Wir sind beide froh ohne Verletzungen ins Ziel gekommen zu sein. Beim nächsten Zürich Marathon wollen wir uns weiter verbessern“, so Henry, der gemeinsam mit der schnellsten blinden Läuferin der Schweiz, Chantal Cavin, mit den Startnummern 1 und 2 lief.

Seine grössten Erfolge.

Der internationale Sportstar Henry Wanyoike gewann drei Goldmedaillen bei den Paralympischen Spielen und trat bei zahlreichen Marathons auf allen Kontinenten an. Er hält den Weltrekord über 5.000m und 10.000m. Mit 2:31:31 lief er in Hamburg die schnellste jemals gelaufene Marathonzeit eines blinden Athleten. Er gilt als einer der schnellsten blinden Läufer weltweit. Legendär ist sein Run in Sydney 2000, als er seinen sehenden Begleitläufer über die Ziellinie schleppte.

Sein langer Lauf ins Licht.

Henry Wanyoike wurde 1974 in Kenia geboren. Er erblindete im Alter von 21 Jahren durch einen Schlaganfall, der ihn in der Nacht traf. Er war schon Laufsportler, bevor er das Augenlicht verlor. Nach jahrelangem Training in einem von Licht für die Welt geförderten Rehabilitationszentrum für blinde Menschen nahe der Hauptstadt Nairobi, fasste er neuen Mut. Neben seiner Arbeit an einer Strickmaschine entwickelte er sich zum Weltklasseläufer. Fünf Jahre nach seiner Erblindung holte er bei den paralympischen Spielen in Sydney 2000 die erste Goldmedaille. Zürich war sein erster Marathon nach fünf Jahren, nachdem er wegen eines schweren Autounfalls lange rekonvaleszent war. Henry ist seit vielen Jahren Botschafter von Licht für die Welt und setzt sich weltweit für Menschen mit Behinderungen ein. In seinem Buch „Mein langer Lauf ins Licht“ erzählt Wanyoike über sein unglaubliches Leben. In Kenia gründete der überall im Land bekannte Spitzensportler eine Stiftung, die armen Kindern und Waisen Schulausbildung und eine Zukunft ermöglicht.

Dank an Unterstützer und Zürich Marathon Veranstalter.

Licht für die Welt und die beiden frisch gebackenen Züri-Läufer Henry und Paul Wanyoike danken dem Sponsor Pallas Kliniken AG. Auch dem Behindertensportverband PluSport danken die beiden Athleten für die Vorbereitung der Organisation. „Für mich waren die Begegnungen mit der blinden Schweizer Sportlerin Chantal Cavin sehr bereichernd, vor allem der Austausch schon vor dem Run. Ich hoffe, dass wir uns noch öfters in der Sportwelt treffen werden, egal wo in der Welt“, so Henry nach dem Zieleinlauf. Dem Veranstalter und dem Organisationsteam des Zürich Marathon dankten die beiden Spitzenläufer, dass sie 2019 die Startnummern eins und zwei an blinde Läufer/innen vergaben.

Bild: Henry Wanyoike vor dem Start (c) DÉSIRÉE GOOD
Licht für die Welt.
Licht für die Welt ist eine gemeinnützige Organisation für Inklusion und Entwicklungszusammenarbeit mit Sitz in Zürich. Licht für die Welt rettet Augenlicht und ermöglicht Menschen mit Behinderungen in den Armutsgebieten der Erde eine selbstbestimmte Zukunft. Licht für die Welt fördert damit die ärmsten und am meisten benachteiligten Menschen. So schafft die Organisation nachhaltige Veränderung vor Ort – gemeinsam mit lokalen Mitarbeiter/innen, Partnern und Regierungen. Der Schweizer Verein von Licht für die Welt arbeitet im internationalen Netzwerk von Licht für die Welt/Light for the World. Dieses umfasst weitere nationale Licht für die Welt Vereine in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Grossbritannien, Tschechien und den USA. Die Organisation betreibt auch Länderbüros in Äthiopien, Burkina Faso, Mosambik, Südsudan, Kambodscha und der Demokratischen Republik Kongo.
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